SteuerLLM
SteuerLLM ist ein Forschungsmodell der FAU Erlangen-Nürnberg für deutsches Steuerrecht: 28 Milliarden Parameter, entstanden aus Mistral Small per Block Expansion und domänenspezifischem Training. Öffentlich verfügbar ist die Variante Open-SteuerLLM (CC BY-NC 4.0, lokal nutzbar); evaluiert wird mit dem Prüfungs-Benchmark SteuerEx. Das Modell leistet keine Steuerberatung und ersetzt keine fachliche Prüfung.
Modelle aus Deutschland Basisfamilie Mistral Legal-Skill-Projekt
SteuerLLM auf einen Blick
| Merkmal | Angabe (laut Publikation bzw. Model Card) |
|---|---|
| Forschung / Entwicklung | Forschungsteam der FAU Erlangen-Nürnberg (Autoren laut Paper) |
| Modelltyp | domänenspezifisches Sprachmodell für deutsches Steuerrecht (Text → Text) |
| Größe | 28 Milliarden Parameter (BF16) |
| Basis | Mistral Small 2409 (24B, Frankreich) + Block Expansion (8 zusätzliche Blöcke) |
| Öffentliche Variante | Open-SteuerLLM (windprak/open_steuerllm, Hugging Face) |
| Lizenz der öffentlichen Gewichte | CC BY-NC 4.0 – nur Forschung/akademische Nutzung |
| Benchmark | SteuerEx (115 Fragen aus 18 FAU-Prüfungen) |
| Publikation | Scientific Reports, 10.07.2026 (DOI 10.1038/s41598-026-58485-z) |
Was ist SteuerLLM?
SteuerLLM ist ein akademisches Forschungsmodell der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für die Analyse deutschen Steuerrechts – kein kommerzieller Dienst und kein „KI-Steuerberater“. Die zugehörige Studie erschien am 10.07.2026 in Scientific Reports und ist damit eine begutachtete wissenschaftliche Publikation; das frühere arXiv-Preprint bleibt ergänzend verfügbar. Das Modell beantwortet deutsche Steuerrechtsfragen im Prüfungsstil: strukturierte juristische Argumentation, Gesetzesbezüge und numerische steuerrechtliche Aufgaben – ohne Garantie auf Richtigkeit oder aktuellen Rechtsstand.
SteuerLLM, Open-SteuerLLM und Small-SteuerLLM
Die Publikation unterscheidet ausdrücklich mehrere Varianten – diese Trennung ist wichtig, weil nur eine davon öffentlich verfügbar ist:
| Variante | Gewichte öffentlich? | Besonderheit | SteuerEx laut Studie |
|---|---|---|---|
| SteuerLLM 28B | nein | vollständige Forschungsvariante inkl. eines privaten Trainingsdatenanteils, der nicht weitergegeben werden darf | 28 % ± 2 |
| Open-SteuerLLM 28B | ja (Hugging Face) | identische Architektur und Pipeline, ohne den privaten Datenanteil | 23 % ± 3 |
| Small-SteuerLLM 10B | nein | Paper-Experiment auf Ministral-8B-Basis, kein öffentlicher Checkpoint | 16 % ± 2 |
Die auf Hugging Face veröffentlichten Gewichte (windprak/open_steuerllm) gehören zur Variante Open-SteuerLLM – nicht zur vollständigen SteuerLLM-Forschungsvariante, die einen privaten Trainingsdatenanteil enthält und nicht veröffentlicht ist. Small-SteuerLLM (10B) existiert nur als Experiment innerhalb der Studie.
Architektur: Block Expansion statt einfachem Fine-Tuning
Ausgangspunkt ist Mistral Small 2409 mit 24 Milliarden Parametern. Per Block Expansion wurden acht zusätzliche Transformer-Blöcke in Tiefenintervallen in das Netz eingefügt – das Ergebnis hat 28 Milliarden Parameter. Laut Paper bleiben alle ursprünglichen Blöcke während des Trainings eingefroren; trainiert werden die neuen Blöcke sowie ausgewählte Embedding- und Ausgabekomponenten (Token-Embedding-Matrix, LM-Head). Die neuen Blöcke werden aus benachbarten Layern initialisiert und so genullt, dass sie zu Beginn nahezu identitätsneutral wirken.
Block Expansion vs. LoRA
Block Expansion fügt echte zusätzliche Netzwerktiefe hinzu; LoRA legt dagegen kleine trainierbare Adapter über ein bestehendes Modell. In einer Ablation der Autoren erreichte eine ansonsten gleich trainierte LoRA-Variante 20 % ± 2 auf SteuerEx gegenüber 23 % ± 3 für Open-SteuerLLM – ein laut Studie signifikanter Unterschied (gepaarter Permutationstest, P = 0,011). Das ist ein Autorenexperiment, keine allgemeingültige Aussage über LoRA.
Training in zwei Phasen
Phase 1 – Continued Pretraining: rund 6,3 Milliarden domänenrelevante deutsche Tokens (Gesetze, steuerrechtliche Fachtexte). SteuerLLM ist damit kein From-scratch-Modell, sondern eine Erweiterung eines französischen Basismodells.
Phase 2 – Instruction Tuning: laut Paper etwa 1,5 Millionen steuerrechtliche Instruction-Response-Paare. Das öffentlich verfügbare Instruct-Dataset enthält davon abgeleitet 485.092 validierte Beispiele (als Multi-Turn-Konversationen organisiert) – die beiden Zahlen beschreiben unterschiedliche Datenstufen und dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Wie wurden die Steuerrechtsdaten erzeugt?
Die Autoren verwenden einen iterativen, retrieval-gestützten Prozess, den sie Water Fountain Algorithm nennen. Ausgangspunkt sind rund 1.800 authentische Steuerrechtsprüfungsfragen der FAU. Daraus entstehen in mehreren Runden Suchanfragen, Retrieval über Rechtsquellen (u. a. via SearXNG), semantische Relevanzprüfungen und generativ erzeugte neue Frage-Antwort-Paare mit Qualitätsfiltern. Von 605.717 initial erzeugten Instanzen wurden 120.625 im Cleansing entfernt; der finale validierte synthetische Datensatz umfasst 485.092 Frage-Antwort-Paare. Das ist der Datensatz der Autoren – keine BOMOTS-Datenerhebung.
Wichtig: RAG beim Training ist nicht RAG beim Antworten
Der Water-Fountain-Prozess nutzt Retrieval, um Trainingsdaten zu erzeugen und abzusichern. Das bedeutet nicht, dass SteuerLLM beim Antworten automatisch aktuelle Gesetze recherchiert. Im Gegenteil: In der SteuerEx-Evaluation liefen alle Modelle laut Paper ausdrücklich ohne Retrieval-Augmentierung, ohne externe Rechtsdatenbanken und ohne Zugriff auf aktuelle Gesetzestexte zur Inferenzzeit. Was RAG ist und wann es hilft, erklärt unser Grundlagenartikel.
Deutsches Steuerrecht ändert sich häufig. SteuerLLM ist kein Live-Gesetzesdienst: Für aktuelle steuerrechtliche Fragestellungen müssen Gesetzesstand, Verwaltungsanweisungen, Rechtsprechung und sonstige Quellen aktuell geprüft werden.
SteuerEx: der Prüfungs-Benchmark
SteuerEx besteht aus 115 Fragen aus 18 realen FAU-Prüfungen (2016/17 bis 2023/24, Schwerpunkt auf neueren Prüfungen) mit 752 einzeln bewertbaren juristischen Aussagen und maximal 1.035,5 Punkten in sechs Steuerrechtsbereichen:
| Bereich | Fragen | Punkte |
|---|---|---|
| Unternehmensbesteuerung | 44 | 234,5 |
| Abgabenordnung / Verfahrensrecht | 3 | 129 |
| Grundlagen des Steuerrechts | 56 | 296 |
| Einkommensteuerrecht | 4 | 189 |
| Personengesellschaften | 4 | 66 |
| Umsatzsteuerrecht | 4 | 121 |
Bewertung: Teilpunkte statt richtig/falsch
SteuerEx bewertet nicht binär. Musterlösungen werden in einzelne bewertbare Aussagen zerlegt; Teilpunkte sind möglich – das entspricht eher universitärer Prüfungsbewertung als einem Multiple-Choice-Test.
LLM-as-a-Judge – und seine Grenzen
Die Bewertung übernimmt ein sekundärer LLM-Evaluator (in der Studie GPT-4o), der Aussagen auf konzeptionelle Korrektheit, Gesetzespräzision und Vollständigkeit prüft. Die Autoren validierten diesen automatischen Grader zusätzlich mit drei menschlichen Experten – mit wichtigem Befund: Auf Ebene einzelner Aussagen war schon die Übereinstimmung der Menschen untereinander begrenzt (ICC(2,1) = 0,367); aggregierte Scores korrelierten deutlich besser (Kendalls τ = 0,718). Benchmark-Prozente sollten deshalb nicht als objektive Wahrscheinlichkeit juristischer Richtigkeit gelesen werden. Hintergrund: KI-Modelle evaluieren.
Ergebnisse der veröffentlichten Studie
| Modell | SteuerEx laut Studie |
|---|---|
| DeepSeek-R1-671B | 39 % ± 3 |
| SteuerLLM | 28 % ± 2 |
| Open-SteuerLLM | 23 % ± 3 |
| Gemma-3-27B-it | 23 % ± 2 |
| GPT-4o-mini | 22 % ± 2 |
| Qwen2.5-72B-it | 19 % ± 3 |
| Small-SteuerLLM (10B) | 16 % ± 2 |
Der wichtigste Befund zuerst: Die durchschnittlichen Studentenergebnisse lagen laut Studie in allen sechs Steuerrechtsbereichen (normalisierte Mittel etwa 49–63 %) über sämtlichen untersuchten Sprachmodellen. Kein getestetes Modell erreichte studentisches Prüfungsniveau.
Grenzen des Benchmarks
- Alle Prüfungen stammen aus einer einzigen Hochschule (FAU).
- Die sechs Bereiche sind sehr unterschiedlich groß – einige enthalten nur drei oder vier Fragen.
- Universitäre Prüfungen sind nicht dasselbe wie Steuerberatungspraxis.
- Tabellen, Formulare und komplexe strukturierte Artefakte wurden teilweise ausgeschlossen.
- Kein RAG und keine aktuellen Rechtsdatenbanken bei der Benchmark-Inferenz.
- Automatisierter LLM-Grader mit begrenzter menschlicher Übereinstimmung auf Statement-Ebene.
- Der Rechtsstand kann seit der Evaluation gedriftet sein.
- Die verglichenen Modelle stammen aus dem Zeitraum 2025 bis Anfang 2026 – neuere Generationen fehlen. Aus der Tabelle lässt sich deshalb keine aktuelle Rangliste ableiten.
Zugriff, Demo und lokaler Betrieb
Die Open-SteuerLLM-Gewichte (28B, BF16) sind frei auf Hugging Face herunterladbar (nicht gated). Die Model Card dokumentiert den Betrieb mit Transformers, vLLM und SGLang – einschließlich OpenAI-kompatibler lokaler Chat-Completions-Endpunkte; im Ökosystem existieren Quantisierungen (u. a. für llama.cpp, LM Studio, Ollama). Offizielle Hardware-Mindestanforderungen nennt die Model Card nicht; der Bedarf hängt von Präzision, Quantisierung und Laufzeitumgebung ab.
- Forschungs-Projektseite: vorhanden (FAU); die frühere interaktive Chat-Demo wurde laut Projektseite eingestellt (Stand 11.08.2026) – sie verweist jetzt auf den Modell-Download und ein Benchmark-Submission-System.
- Gehostete API: nicht dokumentiert.
- Lokale API: ja – über vLLM/SGLang als selbst betriebener, OpenAI-kompatibler Endpunkt.
- Kommerzieller Webdienst/SaaS: nicht dokumentiert.
Lizenzen: Modell und Datensätze getrennt betrachten
Open-SteuerLLM steht unter CC BY-NC 4.0 („research and academic use“) – die Gewichte sind offen herunterladbar, kommerzielle Nutzung ist nach der öffentlichen Lizenz nicht gestattet. Das ist Open Weights, nicht Open Source AI. Auch die drei offiziellen Datenartefakte – Pretraining-Dataset (1.142.007 Zeilen), Instruct-Dataset (485.092 Beispiele) und SteuerEx – tragen jeweils separat CC BY-NC 4.0; Dataset-Lizenzen folgen nicht automatisch der Modelllizenz. Für die nicht veröffentlichte vollständige SteuerLLM-Variante existiert keine öffentliche Lizenz.
Wofür eignet sich SteuerLLM – und wofür nicht?
Dokumentierter Zweck ist Forschung: Analyse und Evaluation von Sprachmodellen im deutschen Steuerrecht, Experimente mit Domänenspezialisierung und lokale, datensparsame Verarbeitung steuerrechtlicher Texte. Nicht geeignet ist das Modell als Ersatz für professionelle Beratung – die Autoren selbst positionieren es ausdrücklich als Forschungsprototyp.
SteuerLLM und Open-SteuerLLM leisten keine Steuerberatung und keine rechtsverbindlichen Auskünfte. Ausgaben können fehlerhaft oder veraltet sein und müssen fachlich geprüft werden. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.
Fachmodell oder Skill-System? SteuerLLM vs. „Claude für deutsches Recht“
Für die Spezialisierung von KI auf deutsches Recht existieren zwei grundlegend verschiedene Wege – ein trainiertes Fachmodell wie SteuerLLM und ein Skill-/Workflow-System wie das Open-Source-Projekt Claude für deutsches Recht, das auf unveränderten Claude-Modellen arbeitet:
| SteuerLLM | Claude für deutsches Recht | |
|---|---|---|
| Kategorie | Sprachmodell | Skill-/Plugin-System |
| Eigenes Training | ja | nein |
| Eigene Modellgewichte | Open-SteuerLLM: ja | nein |
| Basismodell | Mistral Small | Claude |
| Fachgebiet | deutsches Steuerrecht | viele deutsche Rechtsgebiete |
| Spezialisierung über | Training (Gewichte) | Instruktionen / Workflows |
| Lokaler Modellbetrieb | Open-SteuerLLM möglich | vom Claude-Deployment abhängig |
| Öffentliche Lizenz | CC BY-NC 4.0 (Open-SteuerLLM) | Apache-2.0 OR MIT (Repository-Inhalte) |
| Benchmark | SteuerEx | keine gleichwertige Modellbenchmark |
| Rechts-/Steuerberatung | nein | nein |
Beide Ansätze lösen unterschiedliche Probleme: Ein spezialisiertes Modell verändert die Modellparameter selbst; Skills verändern Arbeitskontext und Prozess. Ein Qualitätsvergleich wäre nur mit einer eigenen, reproduzierbaren Evaluation seriös – die hat BOMOTS nicht durchgeführt.
Stand: 11.08.2026. Alle Angaben beruhen auf der publizierten Studie (Scientific Reports), der offiziellen Model Card, dem offiziellen Repository und den offiziellen Datensätzen; BOMOTS hat keine eigenen Tests durchgeführt. BOMOTS ist mit der FAU nicht verbunden.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Scientific Reports (Nature): SteuerLLM: local specialized large language model for German tax law analysis (DOI 10.1038/s41598-026-58485-z). Begutachtete Publikation · abgerufen am 11.08.2026
- arXiv: SteuerLLM – Preprint (arXiv:2602.11081). Preprint · abgerufen am 11.08.2026
- Hugging Face: windprak/open_steuerllm – offizielle Model Card (CC BY-NC 4.0). Offizielle Model Card · abgerufen am 11.08.2026
- GitHub: windprak/steuerllm – offizielles Forschungsrepository (Trainingscode, Pipeline). Offizielles Repository · abgerufen am 11.08.2026
- Hugging Face: windprak/SteuerEx – Benchmark-Datensatz (CC BY-NC 4.0). Offizieller Datensatz · abgerufen am 11.08.2026
- Hugging Face: windprak/steuerllm_pretraining_dataset – Pretraining-Datensatz. Offizieller Datensatz · abgerufen am 11.08.2026
- Hugging Face: windprak/steuerllm_instruct_dataset – Instruction-Datensatz (485.092 Beispiele). Offizieller Datensatz · abgerufen am 11.08.2026
- FAU Erlangen-Nürnberg: SteuerLLM-Projektseite (Chat-Demo eingestellt, Benchmark-Submission). Offizielle Projektseite · abgerufen am 11.08.2026
Häufige Fragen
Was ist SteuerLLM?
Ein akademisches Forschungsmodell der FAU Erlangen-Nürnberg für deutsches Steuerrecht mit 28 Milliarden Parametern, publiziert in Scientific Reports (10.07.2026). Es entstand aus Mistral Small per Block Expansion und domänenspezifischem Training – als Forschungsprototyp, nicht als kommerzieller Dienst.
Was ist Open-SteuerLLM?
Die öffentlich veröffentlichte Variante von SteuerLLM: identische Architektur und Trainingspipeline, aber ohne einen privaten Trainingsdatenanteil, der nicht weitergegeben werden darf. Die Gewichte liegen frei zugänglich auf Hugging Face (windprak/open_steuerllm).
Was ist der Unterschied zwischen SteuerLLM und Open-SteuerLLM?
Der private Trainingsdatenanteil: SteuerLLM nutzt ihn, Open-SteuerLLM nicht. Auf SteuerEx erreichte SteuerLLM laut Studie 28 % ± 2 und Open-SteuerLLM 23 % ± 3 – ein Unterschied, der in der Analyse der Autoren nicht statistisch signifikant war.
Ist SteuerLLM Open Source?
Nein. Die öffentliche Variante Open-SteuerLLM ist Open Weights unter CC BY-NC 4.0 – herunterladbar, aber nur für Forschung und akademische Nutzung. Die vollständige SteuerLLM-Variante ist gar nicht veröffentlicht.
Welche Variante kann ich herunterladen?
Nur Open-SteuerLLM 28B (windprak/open_steuerllm auf Hugging Face, BF16, nicht gated). Die vollständige SteuerLLM-Variante und das Small-SteuerLLM-Experiment (10B) sind nicht öffentlich verfügbar.
Wie groß ist SteuerLLM?
28 Milliarden Parameter – entstanden aus dem 24B-Basismodell Mistral Small 2409 durch acht zusätzliche, per Block Expansion eingefügte Transformer-Blöcke.
Auf welchem Modell basiert SteuerLLM?
Auf Mistral Small 2409 (24B) des französischen Anbieters Mistral AI. SteuerLLM ist damit kein From-scratch-Modell, sondern eine deutsche Domänenspezialisierung eines internationalen Basismodells.
Was ist Block Expansion?
Eine Technik, bei der zusätzliche Transformer-Blöcke in ein bestehendes Modell eingefügt werden: Die ursprünglichen Blöcke bleiben eingefroren, nur die neuen Blöcke (und ausgewählte Embedding-/Ausgabekomponenten) werden auf die Domäne trainiert. Anders als LoRA fügt das echte Netzwerktiefe hinzu.
Was ist SteuerEx?
Der Benchmark der Studie: 115 Fragen aus 18 realen FAU-Steuerrechtsprüfungen (2016/17–2023/24) mit 752 bewertbaren Aussagen, maximal 1.035,5 Punkten und sechs Steuerrechtsbereichen. Bewertet wird mit Teilpunkten je Aussage über einen LLM-Grader mit menschlicher Validierung.
Wie gut war SteuerLLM auf SteuerEx?
Laut der veröffentlichten Studie 28 % ± 2 (SteuerLLM) bzw. 23 % ± 3 (Open-SteuerLLM) – unter den damals untersuchten Systemen hinter DeepSeek-R1-671B (39 % ± 3). Das ist ein Studienergebnis aus dem Evaluationszeitraum 2025 bis Anfang 2026, keine aktuelle Rangliste.
Ist SteuerLLM besser als allgemeine Modelle?
In der Studie schnitt SteuerLLM besser ab als mehrere damals getestete Allzweckmodelle ähnlicher oder größerer Klasse, aber schlechter als das deutlich größere DeepSeek-R1. Neuere Modellgenerationen wurden nicht getestet – eine allgemeine Überlegenheitsaussage lässt sich daraus nicht ableiten.
Kann SteuerLLM Steuerberatung leisten?
Nein. Es ist ein Forschungsmodell; Ausgaben können fehlerhaft oder veraltet sein. Die durchschnittlichen Studentenergebnisse lagen in allen sechs Benchmark-Bereichen über allen getesteten Modellen. Steuerliche Entscheidungen gehören in fachkundige menschliche Prüfung.
Ist das Modell auf aktuellem Rechtsstand?
Das ist nicht garantiert. Die Autoren nennen keinen verbindlichen Rechtsstand, und deutsches Steuerrecht ändert sich häufig. Gesetzesstand, Verwaltungsanweisungen und Rechtsprechung müssen für aktuelle Fragen separat geprüft werden.
Nutzt SteuerLLM RAG?
Beim Antworten nicht automatisch: Im Benchmark liefen alle Modelle ausdrücklich ohne Retrieval und ohne externe Rechtsdatenbanken. Retrieval wurde nur beim Erzeugen der Trainingsdaten (Water Fountain Algorithm) eingesetzt – das sind zwei verschiedene Dinge.
Kann SteuerLLM lokal laufen?
Ja, Open-SteuerLLM ist dafür gedacht: Die Model Card dokumentiert Transformers, vLLM und SGLang inklusive OpenAI-kompatibler lokaler Endpunkte; im Ökosystem existieren Quantisierungen. Der konkrete Hardwarebedarf hängt von Präzision und Quantisierung ab – offizielle Mindestanforderungen nennt die Model Card nicht.
Gibt es eine Web-Demo?
Die frühere interaktive Chat-Demo der FAU wurde eingestellt (Stand 11.08.2026). Die Projektseite verweist stattdessen auf den Modell-Download und ein Benchmark-Submission-System. Ein kommerzieller Webdienst ist nicht dokumentiert.
Gibt es eine API?
Keine dokumentierte gehostete API. Lokal lässt sich Open-SteuerLLM laut Model Card über vLLM oder SGLang als selbst betriebener, OpenAI-kompatibler Endpunkt bereitstellen.
Welche Lizenz gilt?
Für die öffentliche Variante Open-SteuerLLM und die drei offiziellen Datensätze (Pretraining, Instruct, SteuerEx) jeweils CC BY-NC 4.0 – nur Forschung und akademische Nutzung, nicht kommerziell. Für die unveröffentlichte vollständige SteuerLLM-Variante existiert keine öffentliche Lizenz.