Aufbau
Der „perfekte" Prompt: Aufbau und Regeln
Einen universell „perfekten" Prompt gibt es nicht – das beste Ergebnis hängt von Aufgabe, Modell und Kontext ab. Bewährt sind aber klare Bausteine: Aufgabe, Kontext, Eingaben/Quellen, gewünschte Ausgabe, Einschränkungen und Qualitätsprüfung. Frameworks wie RICE (Rolle, Instruktion, Kontext, Erwartung) helfen als Merkhilfe. Eine Rolle ist optional.
„Perfekter Prompt" ist ein verständlicher Suchbegriff – kein realistisches Versprechen. Kein Prompt funktioniert für jedes Modell und jede Aufgabe gleich gut. Ziel ist ein klarer, überprüfbarer Prompt, nicht ein angeblich geheimer Zauberspruch.
Bekannte Frameworks als Merkhilfe
Mehrere Frameworks fassen dieselbe Idee in Buchstaben. Ein verbreitetes ist RICE:
| Buchstabe | Bedeutung | Bedeutung im Prompt |
|---|---|---|
| R | Rolle | Optionale Perspektive/Fachfokus (z. B. „erfahrene Lektorin"). |
| I | Instruktion | Die eigentliche, klare Aufgabe. |
| C | Kontext | Hintergrund, Zielgruppe, Rahmenbedingungen. |
| E | Erwartung | Gewünschtes Ergebnis, Format, Länge, Ton. |
Andere Strukturen betonen zusätzlich Quellen/Eingaben, Einschränkungen und die Qualitätskontrolle. Microsoft nutzt für Copilot etwa die vier Bausteine Ziel, Kontext, Quelle und Erwartung. Alle diese Modelle sind Varianten derselben Grundidee.
Die BOMOTS-Arbeitshilfe: sechs Bausteine
Wir empfehlen als redaktionelle Arbeitshilfe sechs Bausteine. Rolle ist bewusst optional und steht nicht an erster Stelle:
| # | Baustein | Leitfrage |
|---|---|---|
| 1 | Aufgabe / Ziel | Was soll konkret erreicht werden? |
| 2 | Kontext | Welcher Hintergrund/Zweck/Adressat ist relevant? |
| 3 | Eingaben / Quellen | Mit welchem Text, welchen Daten soll gearbeitet werden? |
| 4 | Gewünschte Ausgabe | Welches Format, welche Länge, welcher Ton? |
| 5 | Einschränkungen | Was ist verboten/erforderlich (z. B. keine Spekulation)? |
| 6 | Qualitätsprüfung | Wie soll das Ergebnis geprüft/belegt werden? |
Beispiel: dieselbe Aufgabe, klar strukturiert
Schwacher Prompt
Mach mir eine Produktbeschreibung für unsere neue Wärmepumpe.
Besserer Prompt
Aufgabe: Schreibe eine Produktbeschreibung für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Kontext: Für den Onlineshop eines Fachbetriebs; Zielgruppe sind Eigenheimbesitzer. Eingaben: Nutze ausschließlich die folgenden Eckdaten: [Daten einfügen]. Ausgabe: 120–150 Wörter Fließtext plus 4 Stichpunkte „Vorteile". Einschränkungen: Keine erfundenen technischen Werte, keine Superlative ohne Beleg. Qualitätsprüfung: Markiere Angaben, die ich noch prüfen sollte.
Warum besser?
- Die Aufgabe ist eindeutig und auf ein Medium zugeschnitten.
- Die Einschränkung „keine erfundenen Werte" reduziert das Risiko von Halluzinationen.
- Die Qualitätsprüfung macht offene Punkte sichtbar, statt sie zu verstecken.
Wann ist eine Rolle sinnvoll – und wann nicht?
Eine Rolle („Antworte als erfahrene Steuerberaterin") kann Ton, Fachtiefe und Perspektive steuern. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn ein bestimmter Stil oder eine Fachperspektive gewünscht ist.
- Sinnvoll: „Formuliere als freundlicher Kundenservice", „Prüfe als kritischer Lektor".
- Meist überflüssig: bei rein sachlichen Aufgaben wie Rechnen, Übersetzen oder Zusammenfassen.
- Kein Qualitätsgarant: „Du bist der weltbeste Experte" verbessert das Ergebnis nicht automatisch und ersetzt keine klare Aufgabe.
Eine Rolle beschreibt eine Perspektive – sie verleiht dem Modell keine echte Qualifikation und keine geprüften Fakten. Fachliche Aussagen bleiben zu überprüfen.
Wann ist ein Prompt „fertig genug"?
Ein Prompt ist gut genug, wenn eine andere Person ihn ohne Rückfragen verstehen würde und wenn das Ergebnis überprüfbar ist. Alles Weitere klärt der Dialog. Bauen Sie Ihren Prompt geführt mit dem Prompt-Builder oder vertiefen Sie die Techniken.
Redaktion und Prüfung: Leo Kobes · Methodik
Quellen und weiterführende Informationen
- Anthropic: Claude Docs – Prompt engineering overview. Offizielle Dokumentation · abgerufen am 07.08.2026
- Microsoft: Get started writing prompts in Microsoft 365 Copilot. Offizielle Dokumentation · abgerufen am 07.08.2026
- Google Cloud: Was ist Prompt Engineering?. Anbieterdokumentation · abgerufen am 07.08.2026
- IT-Fitness (Microsoft): Prompt Engineering – Lernmaterial. Bildungsangebot · abgerufen am 07.08.2026
Häufige Fragen
Gibt es den perfekten Prompt?
Nein, nicht universell. Das beste Ergebnis hängt von Aufgabe, Modell und Kontext ab. Bewährt sind klare Bausteine (Aufgabe, Kontext, Eingaben, Ausgabe, Grenzen, Prüfung) und das Nachschärfen im Dialog.
Was ist das RICE-Framework?
RICE steht für Rolle, Instruktion, Kontext und Erwartung. Es ist eine Merkhilfe für den Aufbau eines Prompts. Die Rolle ist dabei optional; entscheidend sind eine klare Instruktion, passender Kontext und eine definierte Erwartung.
Sollte jeder Prompt mit einer Rolle beginnen?
Nein. Eine Rolle hilft bei Stil und Fachperspektive, ist aber kein Pflichtbestandteil und kein Qualitätsgarant. Bei sachlichen Aufgaben wie Rechnen oder Übersetzen ist sie meist überflüssig.